Samstagabend. Mein Sohn sitzt mit dem Handy im Sessel, ich daneben, der Rechner läuft. „Ich zeig mal, wie du mit Claudia redest“, sage ich. Claudia ist meine KI-Assistentin.
Er drückt auf das Mikrofon und fragt nach den Zahlen meines LinkedIn-Kanals. Ein paar Sekunden später kommt die Antwort, gesprochen. Die Regel war, auf Text mit Text und auf Sprache mit Sprache zu antworten. Später tippt er, und sie schreibt zurück.
Was Claudia gesagt hat
„Dein Papa hat gerade knapp 900 Kontakte auf LinkedIn“, beginnt sie. Allein in dieser Woche seien 25 neue dazugekommen. Seine zwei stärksten Beiträge hätten jeweils rund 20.000 Menschen erreicht. Und die größte Gruppe unter den Lesern seien Geschäftsführer und Unternehmer.
Bei den 900 Kontakten sagt mein Sohn „Boah“. Ich nehme das als Kompliment an den Kanal.
Was ich nachgeprüft habe
Im Video fällt die Stimme auf. Mich beeindruckt immer wieder etwas anderes: Die Zahlen stimmen. Ich habe sie nachgeprüft, Stand 3. Oktober 2026.
- Kontakte: 896. „Knapp 900“ passt.
- Neue Kontakte in dieser Woche: 26 bis zu diesem Samstag. Claudia hat 25 gesagt.
- Die zwei stärksten Beiträge: rund 24.000 und rund 19.000 Impressionen. „Jeweils rund 20.000“ ist großzügig gerundet.
- Leser nach Berufsbezeichnung: Geschäftsführer stehen vorn, allerdings mit sechs bis acht Prozent. Die größte Gruppe ist also klein, aber sie ist die richtige.
Claudia musste nichts suchen und nichts raten, weil die Zahlen längst gepflegt an einem festen Ort lagen. Sie hat sie verdichtet vorgelesen, denn sie kennt meine Projekte, Analysen, Interessen, Kalender, E-Mails und natürlich mein CRM.
Wer dahinter prüft
Claudia arbeitet nicht allein. Sie ist eine Rolle in meinem Team aus Mensch und KI, neben Shannon in der Technik, Vega im Marketing, Faber in der Qualität und zwei Prüfern aus einem anderen Modell, Chatty und Forge. Die Regel, die alles zusammenhält: Wer etwas baut, nimmt es nicht selbst ab. Eine andere Rolle prüft es.
Auch dieser Beitrag ist so entstanden. Die Zahlen oben hat eine andere Rolle gegen die Quelle gelegt als die, die am Samstag geantwortet hat.
Was daran für Ihr Unternehmen gilt
In einem Unternehmen ist die Frage eines Experten nach dem Auftragsstand technisch dieselbe wie die meines Sohnes. Ob die Antwort stimmt, hängt an der Ordnung im Wissen dahinter und an den Abnahmeregeln anderer Funktionen, aus Marketing, Technik, Qualität.
Wer KI auf verstreutes Wissen setzt, bekommt schnelle Antworten, auf die sich niemand verlassen kann. Wer vorher ordnet und festlegt, wer was prüft, bekommt eine Antwort, die man seinem Sohn vorspielen kann.
Die Stimme macht es nur menschlich begreifbar, dass dort Intelligenz am Werk ist. Am Ende des Videos sagt jemand: „Das geht ja schnell.“ Stimmt. Mir ist wichtiger, dass es richtig war.
Auf LinkedIn dazu: der Beitrag mit dem Video. Die Zahlen stammen aus meiner eigenen LinkedIn-Auswertung, Stand 3. Oktober 2026. Mein Sohn hat der Veröffentlichung zugestimmt. Der Bildschirm des Laptops ist im Video unkenntlich gemacht.